Johannes SchützDas Foto eines Bhnenbildmodells ist eine Tuschung, es erzeugt den Eindruck, als htte die Auffhrung schon stattgefunden. Modelle haben eine diskrete Energie, die sich noch steigert, wenn man sie fotografiert. Der Philosoph Gaston Bachelard hat die Arbeit an der Miniatur freundlich banalisiert, als eine metaphysische Ausgleichsbung, um mit geringem Risiko welt schpferisch zu sein. Kaum ein anderer fhrt dies deutlicher vor Augen als der Bhnenbildner
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Das Foto eines Bühnenbildmodells ist eine Täuschung, es erzeugt den Eindruck, als hätte die Aufführung schon stattgefunden. Modelle haben eine diskrete Energie, die sich noch steigert, wenn man sie fotografiert. Der Philosoph Gaston Bachelard hat die Arbeit an der Miniatur freundlich banalisiert, als »eine metaphysische Ausgleichsübung, um mit geringem Risiko welt-schöpferisch zu sein«. – Kaum ein anderer führt dies deutlicher vor Augen als der Bühnenbildner Johannes Schütz. Ob am Wiener Burgtheater, am Deutschen Theater, Berlin, oder am Hamburger Schauspielhaus – seine Werke sind schlicht, radikal und klar zugleich. Die formale Strenge, die Schütz äußerst bedacht konzipiert, ist eine Einladung in Welten, in denen man sich ebenso verlieren wie konzentrieren kann. Die Publikation erlaubt es, anhand der fotografierten Modelle in diese Bühnenräume nicht nur einzutauchen, sondern auch die Arbeitsweise des gefeierten Bühnenbildners in spannenden Interviews kennenzulernen.